Sehr geehrter Wirtschaftsweiser und Beamter Prof. M. Werding,
wer hat denn behauptet, dass die Superreichen/-vermögenden allein die Löcher in den Kassen des Sozialstaates stopfen sollen? Eine derartig verkürzte These ist Populismus. Finde ich.
Natürlich ist das reale, nicht ignorierbare Problem der zukünftigen Renten- u. Pflegeversicherung aufgrund der demografischen Situation sowie der Versäumnisse in der Vergangenheit ALLEIN mit höherer Besteuerung von Superreichen/ sehr Vermögenden nicht zu lösen
Ich kenne niemanden – weder in der SPD, noch in der Linksparte (nicht einmal der extrem populistischen Heidi Reichinnek), beim
BSW, den Grünen und auch nicht beim Sozialverband VdK oder dem Seniorenschutzbund „Graue Panther“, der das als alleiniges „Allheilmittel“ sehen würde.
Als ein seit mehr als 50 Jahren berufserfahrener, habilitierter Ökonom, der sich seit ca. 10Jahren auch mit dem deutschen u. den europäischen (!) Rentensystemen befasst, steht für mich außer Frage, dass es eines Komplexes an Reformen mit kurz- bzw. längerfristiger Wirkung Bedarf.
(Fratzschers „Babybooster-Soli“ zähle ich ebenso wenig dazu wie dessen Forderung nach einem sozialen Jahr für Rentner.)
Die Wiedereinführung der (fraglos nicht einfach zu ermittelnden) Vermögenssteuer und bzw. einer einmaligen Vermögensabgabe für Supervermögende schon. Zumindest sollte eine sachliche, nicht ideologisch aufgeladene Debatte nicht runder abgelehnt werden.
Ähnlich sehe ich das mit einer Reform der Erbschaftssteuer; sofern parallel endlich auch steuerliche u. abgabenseitige Entlastungen des Mittelstandes zustande kommen.
Eine stärkere Verbreitung von Betriebsrenten sowie die Aktivrente und die – leider momentan nicht weiter verfolgte – ergänzende Kapitalrente (ähnlich wie in Schweden bzw. Norwegen) gehören für mich dazu.
Vor allem aber sehe ich das ausgeuferte und weiter ausufernde (z. B. Lehrer- und Professoren-Verbeamtung) alimentierte Beamten- und Pensionärssystem für total aus der Zeit gefallen an.
Die Einzahlung in die GRV kann nur ein erster Schritt sein. Finde ich.
Auch ist für mich nicht nachvollziehbar, dass sich für heutige Beamte und Pensionäre NICHTS ändern soll.
(Das zeigen die aktuellen Forderungen der Zollbeamten mit lautstarker Unterstützung vo Beamtenchef Volker Geyer und faktische Zudtimmung von Innenminister Dobrindt.)
Für ökonomisch hilfreich und sozial gerecht halte ich such die Forderung von Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas, dass auch Abgeordnete während ihrer (großzügig alimentierten) Abgeordnetentätigkeit selbst einen Rentenbeitrag zahlen sollten.
Zudem: Niemand spricht über das auch vom Steuerzahler aufzubringende monatliche Geld für MdB-Mitarbeiter von über 20.000 Euro! Besteht hier nichtenormes Einsparungspotential? M. E.: Ja!
Wie sehen Sie das, werter Prof. Werding?
Ähnliches kenne ich von Ihnen nicht.
Das kann aber mein Fehler sein.
Änderungen beim Bürgergeld, v. a. stärkere Kontrollen und Sanktionen für ignorante Empfänger sind m. E. überfällig.