„Pflege in stationären Einrichtungen werden immer teurer“

Veröffentlicht am 23. Juli 2025

„Pflege in stationären Einrichtungen werden immer teurer“

Wahrheit und kein Thema für das Sommerloch der Medien

Göttingen:  Stellungnahme des Senioren Schutz Bund Graue Panther e.V. Süd

Pflegeleistungen in stationären Einrichtungen werden immer teurer, dass wissen zumindest alle, die Angehörige in Einrichtungen haben.  Nun geistert dieser Tage durch die Medienwelt eine neue Studie des VDEK (Verband der Ersatzkassen).

„Wir begrüßen es, dass diese Fakten mal wieder auf den Tisch gebracht werden und hoffen sehr stark, dass es nicht nur Füllmaterial für das Sommerloch der Medien darstellt“, so die Stellungnahme unserer Präsidentin Erika Lohe-Saul.   „Schon seit Jahren fordern wir von den Grauen Panther, dass Teile der Unterbringungskosten von den Bundesländern übernommen werden“.

In der Studie ist zu lesen, dass mit Stand 1. Juli bundesweit durchschnittlich 3.108 Euro fällig sind. Das sind 124 Euro mehr als zum 1. Januar und 237 Euro mehr als zum 1. Juli 2024.

Es war vor einigen Jahren dringend nötig die Löhne in der Pflege anzuheben. Für die Betreiber sind weitere Kosten wie Energie und Gebäudeunterhalt sowie die Nahrungsmittelkosten gestiegen.

Die in den 1990er Jahren eingeführte Pflegeversicherung wurde nur als Teilleistungssystem entwickelt. Damals war es eine Entlastung für Betroffene und Angehörige, heute reicht es nicht mehr aus.

Wir, der Senioren Schutz Bund widersprechen ausdrücklich den Ansichten von Kanzleramtsminister Thorsten Frei, der mehr private Vorsorge fordert.  Das kann man der jüngeren Generation für Ihr alter empfehlen. Für die jetzt so viel beschimpften „Babyboomer“ oder die noch älteren Mitmenschen ist das keine Lösung.  Das Lohnniveau war allgemein bedeutend niedriger, Mindestlohn gab es noch nicht, wie sollte man Kapitalrücklagen bilden?  Wer genug Einkommen hatte, wird es auch getan haben.  Aber die große Mehrheit??

Wir, der Senioren Schutz Bund fordern, 1. dass Unterbringungskosten wieder von den vielen Zusatzkosten bereinigt werden, wie Ausbildungsabgaben. Ausbildungsfinanzierung muss wie Schule von öffentlicher Hand geleistet werden.   2. dass, der Staat endlich den Pflegekonzernen verbietet für ihre Aktionäre an der Börse Gewinne erwirtschaftet, Boni auszahlt oder als Sponsoren von teuren Sportevents agieren.  Das Geld, was man für seine Unterbringung in einer Einrichtung zahlt, darf nur für die direkten Kosten des Bewohners verwendet werden. 3. dass, Kommunen oder Länder die Instandhaltungs- und Sanierungskosten für Pflegeliegenschaften übernimmt.

Der Vorstand,  23.07.2025

 

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